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Ich bin 2010 verfügbar:
Im Juli/August 2010:
Aufträge gesucht - ich bin ab Mitte August wieder uneingeschränkt für Sie verfügbar.
Im nun folgenden Blog finden sie Meinungsbeiträge, also keine Arbeitsproben.
Kontakte und Anfragen erbitte ich über meine Webseite.
Mittwoch, 28. Juli 2010
Was soll eigentlich die Medienwelt davon halten, wenn Herr Schirrmacher, der FAZ-Mitherausgeber, über etwas schimpft, was der Rede gar nicht Wert ist? Wenn er einen Konflikt zwischen dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen und den Verlegern anheizt, der sich am Ende gar nicht lösen lässt, weil der Internet-Benutzer nach der Qualität entscheidet - und nicht danach, wer jetzt partout recht haben will? Wenn die Qualität der Information ein Maßstab wäre, würde inzwischen manche deutsche Zeitungsredaktion ihren Online-Auftritt vom Netz nehmen müssen.
Die Sache, über die gerade gestritten wird, verhält sich ganz anders, als Herr Schirmmacher sie darstellt: Die Zeitungsverleger wollten erst gar nichts mit dem Internet zu tun haben, dann wollten sie es sozusagen im Handstreich übernehmen. Das allerdings haben sie nicht geschafft, und es ist kein Wunder, dass sie entsprechend angesäuert reagieren, wenn andere die Mediengewalt beanspruchen: Zum Beispiel Blogger oder Fernsehsender.
Allerdings haben die FAZ und all die anderen ein paar Verbündete: Die ARD- und ZDF-Hasser sowie die Gebührengegner haben nun ihr Futter. In Wahrheit aber ist es entwürdigend, wie dieser Konflikt ausgetragen wird. „Grabenkampf“ ist das einzige Wort, das mir dazu einfällt.
Ich schreibe Ihnen dies, damit Sie sich im Original informieren. Lesen Sie die beiden Artikel: Beantworten Sie sich doch bitte selber die Frage, welcher der beiden Kontrahenten noch den Charme der Gelassenheit hat, den wir von den Medien erwarten.
Schirrmacher in der FAZ
Boudgoust für die ARD
Mittwoch, 28. Juli 2010
Aktfotografie ist ein wundervolles Thema – zumal, wenn man einen so guten Gesprächspartner hat wie den Bocholter Fotografen Kristian Liebrand. Liebrand kam von sich aus auf die Liebeszeitung zu und fragte, ob ich Interesse am Thema hätte – und das hatte ich. Meine intensive Beschäftigung mit den Möglichkeiten und Grenzen der Aktfotografie liegt zwar schon einige Jahre zurück – aber sie gibt mir die Möglichkeit, wirklich zu erfassen, mit welchen Schwierigkeiten sich Fotografinnen und Fotografen konfrontiert sehen – und wie man sie überwinden kann. Mir war in meinem Bericht aus der Sicht der Kundinnen wichtig. Auch darüber können Sie demnächst in der Liebeszeitung nachlesen.
Sind Sie ebenfalls Fotografin oder Fotograf? Haben Sie einmal einem Amateur oder Berufsfotografen Modell gestanden? Waren Sie Kundin eines Fotografen, der sich mit Akt- und Erotikfotografie beschäftigt?
Dann interessiere ich mich für Sie, Ihre Arbeit und Ihre Erfahrungen. Die Kontaktdaten finden Sie in der Randleiste – und wenn Sie mit mir telefonieren wollen: Ich rufe gerne zurück, wenn Sie mir Ihre Telefonnummer geben.
Montag, 19. Juli 2010
Die meisten meiner potenziellen Kunden wisse es noch nicht, deswegen muss ich es einmal verkünden: Bei mir können Sie fünf völlig unterschiedliche Schreibstile buchen:
1. Reine Nachrichten
2. Konservativ, aber selbstbewusst und mit Humor
3. Scharfzüngig und kritisch-analytisch
4. Frech und überwiegend maskulin geprägt
5. Feminin und direkt, ohne Umschweife
Nun, regt Sie das an? Dann setzen Sie sich doch einfach mit mir in Verbindung.
Samstag, 17. Juli 2010
„Ach, Sie schreiben doch so nett – würden sie vielleicht etwas für uns schreiben wollen?
Ja sicher – aber offenbar hält man bloggende Schriftsteller, ja selbst bloggende Experten auf bestimmten Fachgebieten, immer noch für „nützliche Idioten“, die lediglich an ihrer Selbstdarstellung interessiert sind. Vor allem deswegen hält man sie für blöd genug, kostenlos zu schreiben.
Es mag Gründe geben, dennoch kostenlos zu schreiben. Ich habe dies schon für Selbsthilfegruppen getan, die tatsächlich keinen Cent erübrigen konnten, und (ich gebe es schamhaft zu) auch schon als Eigenwerbung.
Nur: Ich arbeite nicht für Menschen kostenlos, die mit meiner Hilfe ihre eigene Kasse füllen wollen.
Freitag, 16. Juli 2010
Außer den bekannten Texten, die Sie beispielsweise in der Liebepur lesen können, Texte ich für einen namhaften Internet-Anbieter Produktbeschreibungen. Für die Bereiche Online-Dating, Partnerschaft und Beziehungen bin ich anerkannter Fachmann. Marktteilnehmer aller Art beziehen von mir Textbeiträge. Zumeist verlangen die Firmen, dass ich anonym veröffentliche – deswegen lesen Sie meinen Namen dort nicht.
Haben Sie daran Interesse? Dann setzen Sie sich doch einfach mit mir in Verbindung.
Freitag, 2. Juli 2010
Liebe Leserinnen und Leser,
Der Weg zum Kommentator politischer Ereignisse ist lang, dornig und letztendlich für einen Schriftsteller und Texter wenig förderlich.
Ich bitte Sie, zu verstehen, dass ich hier in Zukunft keine politischen Meinungen mehr vertreten werde, sondern beabsichtige, mich ganz auf meine Arbeit als Contentschreiber zu konzentrieren.
Diese Arbeit ist schwieriger geworden: Kunden verlangen authentische Berichte, nicht den siebten Aufguss fragwürdiger Pressemitteilungen. Deshalb wird bei mir jede auch noch so belanglose Tatsache recherchiert, was eine Menge Zeit kostet. Dennoch glauben die Verleger, sie könnten Autoren mit 2 Cent (Dollar oder Euro) pro Wort oder mit Pauschaltarifen von fünf bis sieben Dollar oder Euro abspeisen – und dafür muss dann auch noch ein passendes Bild gesucht werden.
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich schreibe gerne und lustvoll – und wenn es mal sein muss, sogar für „nen Appel und nen Ei“ – aber dann muss das Verhältnis zwischen Auftraggeber und Autor schon stimmen.
Eigentlich kehre ich nicht zurück zum Kerngeschäft, sondern beginne jetzt erst, meine zukünftige Karriere als freier Schriftsteller vorzubereiten. Im nächsten Jahr soll es dann soweit sein. Sie lesen hier auch weiterhin etwas von mir, wenn Sie mögen. Allerdings nur von Zeit zu Zeit – und überwiegend, um Ihnen ein bisschen von meiner Arbeit zu erzählen.
Ihr Gebhard Roese
Donnerstag, 1. Juli 2010
Christian Wulff hat es geschafft – und damit ist dann auch „Merkels Kandidat“ durch. Doch er war und ist nicht nur „Merkels Kandidat“, sondern verkörpert auch ein völlig anderes Menschenbild, das zumindest meiner Meinung nach dem modernen Deutschland viel näher kommt als das seiner Vorgänger Horst Köhler und Johannes Rau – und übrigens auch dem Menschenbild seines Gegenkandidaten, Joachim Gauck.
Wie kein anderer deutscher Bundespräsident repräsentiert Wulff auch eine neue, moderne Familienkultur: Er lebt in zweiter Ehe in einer sogenannten „Patchwork-Familie“ und kann die Welt deshalb noch aus einer ganz anderen Perspektive sehen als all seine Vorgänger. Wie seine junge Ehefrau mit den repräsentativen Pflichten zurechtkommt, wird sich zeigen – und auch, ob sie im sozialen Bereich neue Impulse setzen wird. Eine junge Mutter an der Seite des Bundespräsidenten – das lässt darauf hoffen, dass die eingefahrenen sozialen Gleise eine neue Weiche bekommen.
Die Wahl hatte bisweilen skurrile politische Züge: Merkels Mann konnte zunächst nicht durchgebracht erden und schaffte es erst im dritten Wahlgang – das schwächt Frau Merkel ebenso wie die gesamte Regierung, die ohnehin kaum noch Ansehen beim deutschen Volk genießt. Sollet Frau Merkel nun ihre bisherige „Aussitzhaltung“ beinbehalten, wird sie bald endgültig das Ansehen des Volkes verlieren – und das ihrer Partei dazu. Der Machtmensch Merkel wird sich wohlmöglich letztmalig darüber klar werden müssen, dass es nicht reicht, Konkurrenten abzudrängen, sondern dass man auch treue, aber dennoch kritische Gefolgsleute nachziehen muss. Da reicht eine einzige „Kronprinzessin“ in Person der Ursula von der Leyen nicht.
Für die FDP steht vor einem riesigen Scherbenhaufen - vielleicht schlägt man sich noch eine halbe Legislaturperiode schlecht und recht durch – aber dann muss der Koalitionswechsel kommen – und mit ihm Menschen, in die das Volk wirklich Vertrauen haben kann.
Was die Linkspartei am Wahltag vollführte, lässt sich am besten so zusammenfassen: „Wir wollen um jeden Preis opponieren“. Man erlebte einen sichtlich nervösen und deutlich überforderten Gregor Gysi, der die Meinung seiner Partei nicht einmal schlüssig vortragen konnte, und eine Partei der Verweigerer, die sich nun fragen lassen muss, ob sie jemals bereit sein wird, der Demokratie aktiv zu dienen. Wer „Afghanistan“ und „Hartz IV“ in die Bundespräsidentenwahl einbringt, wie es Linksparte-Sprecher gestern taten, muss sich zudem fragen lassen, ob er überhaupt verstanden hat, warum es bei der Wahl eines Bundespräsidenten geht – oder sich der Polemik bezichtigen lassen.
Samstag, 26. Juni 2010
Durch den Ausfall eines kleinen, relativ unbedeutenden Auftrags bin ich in der Lage, zum Juli noch weitere Aufträge (auch Urlaubsvertretungen) anzunehmen. Wenn Sie Interesse haben – bitte schön.
Richtig los geht es dann bei mir wieder ab Mitte August.
Donnerstag, 17. Juni 2010
Was Hannelore Kraft will, weiß inzwischen nur noch sie selbst – und was die SPD will, bleibt auch ein Rätsel. Aus der strahlenden Siegerin wurde mittlerweile die typische SPD-Verliererin, für die gegenwärtig niemand mehr einen Pfifferling gibt.
Dennoch viel sie regieren, die Frau Krafft. An Ende ihrer Kraft beabsichtigt sie , mit der SPD und den Grünen einer Minderheitsregierung zu bilden, die klammheimlich auf die Stimmen der Linkspartei hofft – eine Schande für Nordrhein-Westfalen.
Man wünscht jedem Politiker Glück, den das Volk gewählt hat – aber Frau Krafft gibt nun die Ypsilanti. Aller Voraussicht nach wird ihr bei einer Minderheitenregierung das Schicksal von Frau Ypsilanti nicht erspart bleiben, und das wäre auch gut so. Sollte es Frau Krafft im Fall einer immerhin noch möglichen Neuwahl dennoch schaffen, die Mehrheit nur mithilfe der Grünen zu erlangen – bitte, das wäre doch was. Aber was jetzt passiert, verdient nur einen Namen: Murks.
Mittwoch, 16. Juni 2010
Deutschland hat keine Kultur des Scheiterns – dies sollte jemand wissen, der das Wort in den Mund nimmt oder zu Papier bringt. Überhaupt können Projekte scheitern, Bewerbungen scheitern und letztendlich können wir an einer gestellten Aufgabe scheitern. Trotz der fehlenden deutschen „ Kultur des Scheiterns“ gehen wir neue Projekte an, schreiben weitere Bewerbungen und stellen uns neuen Aufgaben.
Wenn Sie soweit gelesen haben: Menschen können nicht scheitern, bestenfalls kann ihr Lebensentwurf scheitern. Der Kolumnist der „Frankfurter Rundschau“, Holger Schmale, sieht das anders: Sein letzter Satz im Artikel zum „Großer Zapfenstreich für Horst Köhler“ lautet, der St. Louis Blues, den sich Köhler zum Abschied wünschte, sei „ein trauriger Abschiedsgruß für einen gescheiterten Präsidenten.“
Ein „gescheiterter Präsident“? Horst Köhler hätte bestenfalls an seiner Aufgabe scheitern können, aber er ist ja gar nicht gescheitert – er ist nur zurückgetreten. Die Deutschen sollten sich hüten, einen Menschen des „Scheiterns“ zu bezichtigen, der etwas Ehrenvolles tut, nämlich festzustellen: „Ich kann dem Volk in dieser Funktion jetzt nicht mehr dienen“, was Köhler sinngemäß tat.
Der Blues war immer Trauer und Hoffnung zugleich, und im St. Louis Blues liegt sie auch: „Wenn ich mich morgen noch so fühle, wie es mir heute geht, dann pack ich meinen Koffer und gehe“.
Horst Köhler hat genau dies getan. Das Volk hat ihn geliebt, und das Volk wird ihn vermissen.
Dienstag, 15. Juni 2010
Wer weniger als 70 Prozent des mittleren Einkommens verdient, gilt nach einem Bericht der ZEIT bereits als „arm“, und die Anzahl dieser Armen ist Prozentual gestiegen – in 10 Jahren von 18 auf 22 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist die Anzahl der als „reich“ geltenden Bundesbürger von 16 auf 19 Prozent gestiegen – sagt die ZEIT. Allein die Zahlen der „Mittelschicht“ sanken von 64 auf 60 Prozent.
Die Frage ist, was das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ uns damit sagen will. Wenn bereits ein Einkommen von 70 Prozent des mittleren Einkommens als zu gering ("arm") eingeordnet wird und bereits 150 Prozent als „reich“, dann kann man sich genauso gut Fragen: ja, warum dann nicht 90 und 120 Pozent?
Was soll der Bürger damit anfangen? Im Grunde genommen steht er kopfschüttelnd davor. Kein Mensch in Deutschland wird Menschen mit „nur“ 70 Pozent des durchschnittlichen Einkommens als „arm“ bezeichne und nur wenige werden auf der anderen Seite glauben, dass ein Mensch, der 150 Prozent verdient, bereits „reich“ sei. Solche Zahlen liegen in ganz normalen Rahmen des Einkommensgefälles.
Dass die Mittelschicht „abstürzen“ könnte, wie vereinzelt Zeitungen schrieben, ergibt sich aus den Zahlen nun allerdings keinesfalls – sie könnten genau so gut aufsteigen.
Die Presse hatte heute natürlich nicht Besseres zu tun, als auf den an sich guten Zahlen für Deutschland Horrorvisionen heraufzubeschwören – das stärkt die Auflage und die Online-Aufmerksamkeit: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer – das ist absolut lächerlicher Populismus – oder journalistische Schlamperei, wie man es nimmt.
Immerhin wären, wenn man die 150-Prozent-Grenze zugrunde legt, fast 20 Prozent (also ein Fünftel) der Deutschen „reich“- das wäre wahrhaftig ein Grund, stolz zu sein auf ein Land, in dem es auch heute noch möglich ist, sozial aufzusteigen. Freilich kann man in Deutschland auch soziale absteigen – wer würde es bezweifeln. Nur: Wenn wir Deutschen zu Reichtum kommen können, wie wir an dem berühmten Fünftel sehen können, dann ist es doch wundervoll, in Deutschland zu leben.
WELT (Kommentar)
DIE ZEIT (Bericht)
Montag, 14. Juni 2010
Die neue Familienministerin will offenbar eine neue Quote in die Wirtschaft einführen – und wie man sich denken kann, ist dies keine Katholikenquote, sondern eine Frauenquote. Damit spielt sie den Grünen und der SPD gleichzeitig in die Hände – beide Parteien haben selbst ähnliche Vorstellungen.
Nun steht fest, dass in der Bundesrepublik Deutschland noch viel zu wenig Frauen in Führungspositionen gelangt sind. Es fragt sich allerdings, ob daran die fehlende Quote schuld ist oder eine seit Jahrzehnten fehlerhafte Frauenpolitik der CDU/CSU. Denn was die Ministerin jetzt mehr oder weniger behauptet, ist ja dies: Die Wirtschaft könnte ja, aber sie will nicht. Frau Schröder forderte deshalb von der Wirtschaft für Führungspositionen eine Quote von mindestens 20 Prozent bis 2015. Die Regulierungsfanatiker der Grünen und der SPD geht diese Regelung freilich nicht weit genug: Sie fordern 40 Prozent. Fragt sich nun nur, welche Abgeordneten im Bundestag überhaupt genug Wirtschaftskompetenz haben, um beurteilen zu können, was dies bedeutet. Es ist eben viel einfacher, eine Frauenquote in Parteien durchzusetzen als eine Frauenquote in der freien Wirtschaft. Sagte ich gerade „freie Wirtschaft“? Wie frei ist denn eine Wirtschaft noch, bei der man die Führung mit Frauenquoten gängeln will?
Vielleicht sollte sich Frau Schröder mal um eine sinnvolle Familienpolitik kümmern, bevor sie populistischen Dampf in Richtung Wirtschaft ablässt. Dort wartet noch reichlich Arbeit auf sie.
Gelesen im FOCUS.
Samstag, 12. Juni 2010
In einer Zeit, in der die CDU vor sich hinschwächelt, die Kanzlerin permanent an Vertrauen verliert und Herr Westerwelle seine FDP an den Rand des Ruins bringt, sollte eigentlich die SPD die einmalige Chance nutzen, dem Volk zu zeigen: Ja, wir können es noch! Ja, wir können es wieder! Seht, wir koalieren sogar mit der CDU, damit das Volk eine bessere Regierung bekommt! Doch nichts davon – die SPD will in Zukunft Opposition machen, aber nicht nur das. Die Aussagen der zukünftigen SPD-Oppositionsführerein im Landtag lassen nichts Gutes vermuten:
„Wir werden jetzt den Politikwechsel aus dem Parlament heraus betreiben … wir gehen (dabei) davon aus, dass es in vielen Themenfeldern Mehrheiten geben wird." Mehrheiten? Mit der Linkspartei? Aus der Opposition heraus? Hoffentlich nicht. Damit wird Politik zur Farce.
Was die SPD-Drückebergerei soll, bleibt dennoch vorerst unklar, nur eines wird sonnenklar: Beim Volk punkten Drückeberger nicht. Die SPD verspielt einmal mehr eine Chance – und wenn sie so weiter macht, dann werden sich die übrigen Parteien ins Fäustchen lachen.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch CDU und FDP keine Punkte beim Poker um die Macht holen könnten: Die CDU hätte gut und gerne ihren König austauschen können, um der Dame an der Spitze der SPD gerecht zu werden, und was die FDP überhaupt noch in der NRW-Politik sucht, das weiß wahrscheinlich nur noch sie selbst.
Die nächste Stufe werden vermutlich Neuwahlen sein – und ob das eine Lösung in einer Zeit ist, in der die Menschen kein Vertrauen mehr zu CDU, SPD und FDP haben, bleibt abzuwarten.
Freitag, 11. Juni 2010
Jede Familie in Deutschland, ob arm oder reich, weiß dies: Wenn es knapp wird, muss man entweder mehr einnehmen oder weniger ausgeben. Wer die Situation einmal erlebt hat, weiß auch: Nicht immer sind Änderungen schlecht – sie können auch Chancen beinhalten. Weil dies so ist, passiert am Ende oft Erstaunliches: Kluges Sparen und höhere Einnahmen führen zu mehr Zufriedenheit für alle.
Die Regierung weiß es nicht, ja, sie führt den Deutschen zurzeit ein Possenspiel vor: Es wird knapp in Deutschland, und genau in dieser Situation sagte man dem Volk: „Wir werden eure Steuern senken“. Nun sagt man: Nö, wir werden einigen von euch ein paar Euro abnehmen, und uns dann vielleicht auch noch ein bisschen Geld bei anderen einsparen – mal gucken, nicht wahr? Man hätte voraussagen kann, dass dabei alle zu Verlierern werden und die Unzufriedenheit im Volke steigt.
Ich weiß ja nicht, welche Ziele diese Leute verfolgen, die Deutschland gegenwärtig regieren – aber eins ist sicher: Das Volk glaubt ihnen nicht mehr – und zwar niemand mehr aus dem Volk – nicht einmal mehr Parteimitglieder.
Der Tagesspiegel schreibt: „(Die Koalition) hat die Chance verstreichen lassen, nicht nur zu sparen, sondern nebenbei auch das Land klug zu reformieren … so aber wird diese Regierung weiter Misstrauen statt Vertrauen ernten. Und zwar völlig zu Recht.
Eine Regierung, der das Volk misstraut? Sollte das nicht auch dem letzten Befürworter der gegenwärtigen Koalition zu denken geben? Es wäre nützlich, reinen Tisch zu machen in Berlin und nicht bis nach der Bundespräsidentenwahl zu warten – aber das wird nicht geschehen. Angela Merkel tut, was sie schon immer tat: Abwarten, abwarten, abwarten. Fragt sich nur, worauf sie eigentlich wartet.
Donnerstag, 10. Juni 2010
Die deutsche Bundeskanzlerin hat ja Übung im Warten: Man erinnert sich noch mit Schrecken an ihr Abwarten in der Griechenlandfrage. Nun warten sie und die CDU schon wieder ab – bis zur Bundespräsidentenwahl. Worauf sie dabei wartet, weiß man noch nicht, aber wenn Gerüchte stimmen, dann werden nach der Bundespräsidentenwahl Steuererhöhungen fällig. Man muss nicht lange raten, welcher Koalitionspartner dafür nicht mehr infrage kommt. Fragt sich nur, ob klammheimlich bereits eine neue Koalition geschmiedet wird – auch davon war ja in der Vergangenheit immer wieder die Rede, und eine fehlgeschlagene Präsidentenwahl wäre das beste Signal, um die Koalition aufzukündigen.
Angela Merkels Regierung wird kaum um eine Steuererhöhung herumkommen – trotz der Scherzchen, die ihr Finanzminister gestern noch darüber machte. Natürlich wird dann wieder von den linkssozialen Interessengruppen geschrien: „Aber keine Erhöhung bei der Mehrwertsteuer“ – das kennen wir ja schon aus der Vergangenheit. Man darf aber nicht immer auf die falschen Leute hören: Wer den Spitzensteuersatz anhebt, wird auch bei der Mehrwertsteuer zulangen dürfen – das würde das Volk wohl noch als „sozial gerecht“ hinnehmen. Das ganze Gerede um die „Ungerechtigkeit“ ist ja dadurch entstanden, dass man einen Teil der angeblichen FDP-Klientel diesmal noch verschont hat - was sogar große Teile der CDU vergrätzt hat. Wie immer die Bundespräsidentenwahl ausgeht – interessant wird der Tag danach sein.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-06/wulff-merkel-fdp-csu
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